Wie ist die Idee zu diesem Film
entstanden?
Mein letzter Film OPERATION FIGURINI hat sich mit
einem Kunstprojekt auf Wiener Märkten beschäftigt.
Der neue Film sollte anfangs ein ausführlicher Dokumentarfilm über
Wiener Märkte und die dort verkauften Produkte werden.
Ursprünglich wollte ich am berühmtesten Markt in
Wien beginnen, am Naschmarkt, und ihm unter den Rock zu schauen:
wo kommen die Tomaten her und all die anderen Produkte? Und
mit den Tomaten haben wir dann auch tatsächlich angefangen.
Wir haben recherchiert und sind eben nach Spanien gekommen.
Wir haben eben als erstes die Tomatengeschichte gedreht.
Haben Sie erwartet, dass Sie in
Spanien auf so eine große Sache stoßen?
Es hat mich von Anfang an nicht interessiert, ob
da Pestizide im Spiel sind oder irgendwelche verbotenen Geschichten.
Es haben mich von Anfang an die Zusammenhänge interessiert.
Im Fall der spanischen Tomaten, da war das für mich,
bevor ich dort war, schon irgendwie ganz komisch, warum ein
simples Produkt wie eine Tomate dreitausend Kilometer reisen
muss, bis es zu uns kommt. An dieser Idee hat mir irgendwas
nicht gefallen. Und das war dann auch die Hauptgeschichte.
Dass in Spanien die größte Gewächshausanlage
der Welt existiert, das haben wir erst dann dort erfahren.
Was waren Ihre größten
Aha-Erlebnisse?
Die größten Aha-Erlebnisse sind im Prinzip natürlich
die Ausmaße dieser Produktionsstätten. Es ist
natürlich
schon beeindruckend, welche Dimensionen das annimmt. Bei
den Hühnern zum Beispiel waren wir in mittelgroßen
österreichischen Stallungen mit 35.000 Hühnern.
Es gibt auch welche mit 70.000. Das ist dann nicht beeindruckend,
es entsteht irgendwie ein ungutes Gefühl. Das schlimmste
in diesem ganzen Film, was mir persönlich widerfahren
ist, war bei einem Dreh sehr früh am Morgen. Wir haben
gedreht, wie die Hühner gefangen werden. Es ist dunkel,
weil sie da noch nicht hysterisch sind - bei Tageslicht
würden sie hysterisch werden und sich nicht so leicht
fangen lassen - wir sind also bei fast völliger
Dunkelheit dort rein gegangen. Die eine Sache ist der Gestank,
die zweite Sache ist der Lärm, die dritte Sache -
und das war für mich das schlimmste - war, in
eine Halle zu gehen, wo fünf Wochen lang Hühner
in die
»Sagscharten« reingeschissen und reingepisst
haben, das ist alles ganz, ganz weich und irgendwann macht
es »Hops«
und du steigst auf ein totes Tier. Das war für mich
der schlimmste Moment, das war schlimmer als die Schlachthalle,
in der wir auch gedreht haben.
Wie ist es Ihnen und Ihrem Team
gelungen, in diesen Produktionsstätten zu drehen und
Interviews führen zu können?
Es war sehr schwer, Leute zu finden, die das sagen,
was sie sich denken. Du findest sofort an jeder Ecke einen
Landwirt, der nach zwei Minuten über die Strukturen,
über die Preise, über die Lebensmittelketten namentlich
schimpft. Aber nicht vor der Kamera. Die Bauern, die Lebensmittelproduzenten
stehen alle auf den Verteilern von zwei wesentlichen Lebensmittelketten
hier in Österreich, und sie haben eine Riesenangst, dass
sie nicht mehr verkaufen dürfen an die Kette A oder B.
Das ist ganz enorm.
Letztlich hat uns meine Herangehensweise geholfen. Ich komme
nie mit der Kamera, sondern ich fahre sehr oft, bis zu fünf
Mal, vorher alleine an den Drehort. Ich nenne das vertrauensbildende
Maßnahmen. Ich mache mich nicht lustig über die
Leute, das sieht man ja im Film. Darauf bin ich auch sehr
stolz. Auch nicht über den Nestlé-Chef Brabeck.
Ich begegne Brabeck genauso wie einem Bauern irgendwo in
der
Steiermark oder im Weinviertel. Es hat uns nicht interessiert,
etwas Verbotenes aufzudecken - das ist ganz wichtig!
- die Frage war nicht: was ist hier Verbotenes, sondern
wie sind die Zustände unter ganz normalen, legalen
Bedingungen? Es ist nichts in diesem Film, was außerhalb
des legalen Rahmens ist. Es ist alles gesetzlich gedeckt.
Es ist keine
einzige Schweinerei drinnen, das hat mich von Anfang an gar
nicht interessiert. Dass Kartoffeln von München nach
Triest transportiert werden und dort, ich weiß nicht
was, abgestempelt
werden und wieder nach Regensburg zurück reisen und dort
verpackt werden und dann nach Budapest transportiert werden,
damit dort Chips daraus gemacht werden, das interessiert mich
nicht. Ausgenutzte Schlupflöcher gibt es in jedem gesetzlichen
System, da wird schnell versucht, raubritterartig Geld daraus
zu machen, dann kommen die Gesetzgeber auch darauf, machen
das Schlupfloch zu, und es ist wieder vorbei.
Mich interessieren die Dinge, die längerfristig sind.
Das in Spanien läuft ja seit den 60er-Jahren, wie unser
Kontaktmann vor Ort, Lieven Bruneel, auch gesagt hat. Das
wird aufgebaut und das wird immer größer und immer
größer und immer unübersichtlicher und jetzt
gibt es Wasserknappheit. Uns hat interessiert, wie wird überhaupt
die Arbeit bewerkstelligt? Warum kommen die Afrikanerr?
Wie sind Sie an Leute wie Karl Otrok
gekommen?
Karl Otrok ist ein Cousin von Gerhard Ströck,
den ich über die Brot-Recherche kennengelernt habe. Karl
Otrok lebt ja in Rumänien und ist nicht so direkt greifbar,
immer nur kurz an den Wochenenden. Ich war schon fünf,
sechs Wochen mit ihm in Kontakt, es war schon Erntezeit und
höchste Eisenbahn, wenn wir noch drehen wollten, solange
die Früchte auf den Feldern sind. Es gab dann nur noch
eine Möglichkeit, ihn um acht in der Früh am Flughafen
vor seinem Abflug nach Bukarest zu treffen.
Es war ein Montag. Am Flughafen hat er gleich begonnen, all
das zu sagen, was er dann letztlich auch im Film gesagt hat.
Und ich sage: Stopp Herr Otrok, sagen Sie mir das, wenn eine
Kamera läuft? Ja! Gut, dann fliegen Sie jetzt um zehn
und wir fahren um fünf mit dem Auto los. Und genauso
haben wir es dann auch gemacht.
... Jean Ziegler?
Das war interessant. Ihn habe ich zuerst getroffen. Ich verfolge
seit Jahren seine Literatur und seine Fernsehauftritte
und
habe große Hochachtung vor seiner Arbeit - Jean
Ziegler hab ich aber nur aus dem Grund interviewt bzw. er
hat uns nur aus einem Grund interessiert, weil er diese
UNO-Funktion
hat. Jean Ziegler als Jean Ziegler würde sofort in eine
linke Ecke gestellt werden, da er aber diese hohe UNO-Funktion
hat, Sonderberichterstatter ist für das Menschenrecht
auf Nahrung, ist er interessant für den Film. Ich habe
Jean Ziegler einen Brief geschrieben, und da Jean Ziegler
ein Anhänger der Französischen Revolution ist,
hab ich den Brief am 14. Juli abgeschickt. Ich habe ganz
lang
an diesem Brief herumgefeilt, und zwei Tage später hat
er mich angerufen. Wir haben uns dann später im Oktober
in Genf getroffen.
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... Peter Brabeck?
Auf unsere Anfrage, ihn zu treffen, hat man uns an Mitarbeiter
von Nestlé Österreich verwiesen, mir war aber
klar: entweder krieg ich Brabeck oder gar niemanden. Dann
war lange Zeit Funkstille bei Nestlé, und als ich im
Oktober bei Jean Ziegler in Genf war, hab ich mir gedacht,
ich schau einfach bei Nestlé vorbei, habe am Vortag
angerufen und zum Konzernsprecher gesagt, ich komme morgen,
dann können wir direkt miteinander sprechen. Und das
war der entscheidende Punkt. Das war ganz, ganz wesentlich,
dass ich dort als Figur aufgetaucht bin, dass ich fassbar
und greifbar war, und so ist es dann ganz schnell auch zu
diesem Interview gekommen.
Also Interview mach ich ja keins, aber diesen Gesprächstermin
mit Herrn Brabeck, der am 11.11.2004 war, Faschingsbeginn,
und wir haben eineinhalb Stunden dort bei ihm gedreht. Wir
haben vorher die Themen festgelegt - das war Gentechnik,
Wasser, Hunger und die Stellung der Nahrungsmittelkonzerne.
Mir war völlig klar, der Herr Brabeck hat in seinem
Leben wahrscheinlich schon, ich weiß nicht wie viele
Rhetorikseminare hinter sich, dem kann ich rhetorisch nicht
kommen, der spult
sein Programm ab, der will seine Message los werden. Und
wie kann ich ihm das Gefühl geben, dass er die Message
los wird und ich ihn andererseits ein bisschen involviere
in Dinge,
die er vielleicht so nicht sagen will. Meine Hypothese war,
wenn ich ihn lang genug sprechen lasse, kommt irgendwann
der
Punkt, wo er das sagt, was er als Mensch auch wirklich denkt.
Und das Konzept ist dann auch voll aufgegangen. Und ich
bin
auch ganz sicher, dass Peter Brabeck überhaupt nichts
gegen den Film haben wird und dagegen, wie wir das Interview
montiert haben. Er sieht die Welt so, das ist seine Weltsicht,
er hat sie zu vertreten. Er vertritt eben auch die Konzerne,
das ist sein Job, dafür kriegt er extrem viel Geld bezahlt.
Er ist für mich nicht der Böse. Das ist die eine
Haltung, und es gibt eine andeere.
Stichwort Arbeitsweise –
wir haben da einen 96-Minuten-Film,
was steckt dahinter? Wie lang haben Sie daran gearbeitet?
Wir haben 2003 mit dem Drehbuch begonnen, die Finanzierung
zum Ende des Jahres relativ schnell gesichert. Wirklich zu
drehen begonnen haben wir im März 2004, den letzten Dreh
hatten wir im April 2005.
Es waren insgesamt rund 75 Drehtage, wir haben fast 130 Tage
geschnitten, es hat durch meine Arbeitsweise irrsinnig viel
Begehungen gegeben, vertrauensbildende Maßnahmen, Treffen
mit den Leuten, immer wieder Treffen. Gedreht wurden 84 Stunden
Material, das auf 96 Minuten zusammengebaut worden ist.
Was waren die aller größten
Schwierigkeiten?
Die allergrößte Schwierigkeit beim Dokumentarfilm
ist, am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt zu sein. Und
man muss Laien motivieren, dass sie mit einem mitgehen. Eine
andere Schwierigkeit war die Sprache. In Frankreich waren
wir mit einem Fischer auf einem Boot unterwegs, wo nur wir
zwei - Lisa und ich - Platz hatten. Da hätte
zum Beispiel gar keine Dolmetscherin oder Dolmetscher Platz
gehabt. In Brasilien hatten wir zwar eine Dolmetscherin,
die hat die Dinge aber so übersetzt, wie sie denkt,
dass sie zu übersetzen sind, und nicht das, was gesagt
wird. Sie kam noch dazu aus der Branche, was ganz schlimm
ist. Jetzt
hat sie immer geglaubt, sie muss uns zu den Orten führen,
wo sie die anderen Teams auch hinführt. Wir haben sie
erst einmal überzeugen müssen, dass wir nicht
dort hin wollen, wo sie hin will, sondern dorthin wo wir
hin wollten.
Und das war 3.000 Kilometer weit weg in einem anderen Landesteil.
Haben Sie manchmal emotionale
Schwierigkeiten gehabt?
Emotionale Schwierigkeiten haben wir nicht wirklich
gehabt - muss ich ehrlich sagen. Auch bei den Armen, die dort
Hunger leiden, hätte es mich überhaupt nicht interessiert,
Menschen zu filmen, die knapp am Verhungern und sterbenskrank
vor uns herumliegen und sich gar nicht mehr bewegen können,
und wir kommen jetzt da hin mit unserer blöden Kamera...
Es ist das schöne, dass wir Menschen haben, die sehr
vital sind und aus dieser Notsituation noch etwas machen,
und dass da noch ein Funken Hoffnung ist in dem Ganzen.
Was mir eigentlich viel mehr zu denken gibt, ist, wenn man
dann in Brasilien steht, und es heißt: Mato Grosso.
Mato Grosso heißt großer, dichter Wald -
aber der große, dichte Wald ist nicht mehr da.
Er ist einfach weg. Interessanterweise gibt es Leute,
die den Film
anschauen, die sind von dem Film überhaupt nicht berührt,
aber die regen sich fürchterlich auf, weil ein kleines
Küken zwanzig Zentimeter wo runterfliegt. Die Sichtweise,
wie man diesen Film lesen kann, ist sehr offen. Jeder
kann
daraus seine Schlüsse ziehen.
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Was war die größte
Herausforderung?
Die filmische Herausforderung war: sinnliche Erfahrungen
- Film ist ja was Sinnliches - mit harten Fakten
zu vermischen. Das war wirklich schwierig, das haben wir
mit Zwischentiteln gelöst, und es ist - glaub
ich -
auch dramaturgisch ganz gut gelungen, dass man Fakten bringt
und dann wieder nachlässt und ruhiger wird und was
zum Schauen bringt und dann wieder Fakten und wieder zurückgeht
und dass der Film über Stimmungen funktioniert.
Von Dokus erwartet sich das
Publikum die Wahrheit, kann man Wahrheit überhaupt zeigen?
Da halte ich es mit Heinz von Förster, der gesagt
hat »Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners«.
Was die Wahrheit genau ist, weiß ich nicht. Wenn es
sechs Milliarden Menschen gibt, dann gibt es sechs Milliarden
Wahrheiten. Jeder hat seine subjektive Sicht, und das finde
ich auch super. Ich bin ein Fan vom Subjektiven, ich bin ein
Fan vom Authentischen - egal in welchem Bereich und in welcher
Form.
Die formale Unterscheidung von Dokumentarfilm und Spielfilm
gibt es nur im Film, die gibt’s sonst nirgends. In der
Musik kommt kein Mensch auf die Idee, dass Brahms dokumentarisch
war und Beethoven fiktional. Meiner Meinung nach ist es so,
dass der Spielfilm mit dem arbeitet, wie das Leben sein könnte.
Und der Dokumentarfilm arbeitet mit dem, wie das Leben ist.
Und wir sind vor längerer Zeit ausgezogen und haben uns
dieses Thema vorgenommen und haben versucht, diesem Thema
eine Facette abzuringen, was an vielen Punkten und Momenten
ein ziemlicher Kampf war. Und da ich halt der Filmemacher
bin, muss der Film auch was von mir haben, es ist also jetzt
ein Film, wie ich in
dieser Zeit, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, diese Dinge gesehen
habe. Es ist ein ganz subjektiver Film von mir auf diese Lebensmittelindustrie
und -produktion, auf den Umgang mit Lebensmitteln. Es ist
ein subjektiver Blick. Und mich hat nur eines interessiert:
was hat es mit uns zu tun? Was haben die spanischen Tomaten
mit uns zu tun, was haben die Afrikaner, die dort die Tomaten
pflücken und ernten und die Arbeit dort bewerkstelligen,
mit uns zu tun, was hat das Abholzen des Regenwaldes mit uns
zu tun? Was hat der Herr Brabeck mit uns zu tun, außer
dass wir seine Produkte essen, und er ein Österreicher
ist. Der Slogan unserer Zeit lautet »Profit um jeden
Preis«. »Raubtierkapitalismus«, wie es Jean
Ziegler nennt.
In 20 Jahren wird in Spanien vom Tomatenanbau nicht viel übrig
sein, es wird irgendwo auf der Welt einen anderen Platz geben,
wo man viel billiger Tomaten herstellen kann. Oder Gurken.
Oder irgendwas. Die Globalisierung ist auch nicht gut oder
schlecht, die Frage ist, wie wir damit umgehen. Das ist alles.
Wenn wir so damit umgehen wie jetzt, wird alles nicht mehr
lang funktionieren und man merkt auch, dass die Menschen die
Schnauze voll haben. Das merkt man bei den EU-Referenden,
da wird dann die EU wieder an falschen Punkten getroffen.
Es ist ein Ausdruck einer inneren Unzufriedenheit mit einem
System, das wir haben. Das ist gut, und dazu ist dieser Film
ein Beitrag.
Möchten Sie mit dem Film
eine Botschaft transportieren?
Jetzt könnte ich mit einem meiner Lieblingsregisseure
antworten. Polanski hat man gefragt: Haben sie eine Botschaft?
Und er hat gesagt: Würde ich eine Botschaft haben, dann
würde ich sie mit der Post schicken. Ich dreh das für
mich genau um: würde ich keine Botschaft haben, würde
ich bei der Post arbeiten. In diesem Film ist der Aufhänger
die Lebensmittelproduktion, aber die Botschaft ist: wir müssen
anders leben.
Wir können so sicher nicht weiterleben. Wir müssen
anders leben, wir müssen anders essen, anders einkaufen,
wir müssen andere Filme anschauen. Darum heißt
der Film WE FEED THE WORLD nicht »They feed the
world«
- they, die Brabecks und die Pioneers und wie sie alle
heißen, die sind alle Teil unserer Gesellschaft, und
das ist die Verantwortung, die wir übernehmen müssen,
das liegt in diesem »wir« drinnen. Wir, wie
Jean Ziegler sagt, die Zivilgesellschaft. Wir sind alle
Konsumenten,
wir gehen in Supermärkte, wir müssen essen, wir
können bestimmen, das ist eine Macht! Wir wollen keine
Tomaten zu Weihnachten, wir wollen keine Erdbeeren zu Weihnachten,
wir wollen nicht, dass Lebensmittel dreitausend Kilometer
dahergeschippert werden. Wir wollen nicht, dass unsere
Tiere
den brasilianischen und südamerikanischen Regenwald
auffressen. Nur wir. Ja, wer denn sonst?
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Das Interview führte Birgit Kohlmaier-Schacht
Wien, am 28.6.2005
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