Bio-Siegel für Deutschland und Europa
(Quelle:www.einkaufsnetz.org / www.greenpeace.de)


Ist bio wirklich bio? Ja, die Begriffe bio und öko sind mittlerweile geschützt und erfüllen die Kriterien des Bio-Siegels. Achtung: Lebensmittel, die vor einem bestimmten Stichtag diese Namenszusätze trugen, z. B. Bioghurt, sind von der Regel ausgenommen. Ab 2006 gilt aber auch für diese Produkte: Wo bio drauf steht, muss öko drin sein.

Verpackungen geschmückt mit glücklichen Landwirten, Hühnern und Rüben sowie mit Slogans "aus naturnaher Landwirtschaft" oder "aus kontrolliertem Anbau" sagen dagegen höchstens aus, dass fähige Werbegestalter am Werk waren.

Auch längst nicht alle Siegel wie z. B. das CMA-Siegel garantieren Qualität. Ja, was denn nun? Als ob Einkaufen mit schreienden Kindern und einem Auto im Halteverbot nicht schon anstrengend genug wäre. Keine Sorge: Mit dem staatlichen, gut erkennbaren Bio-Siegel können Sie schnell Bio-Ware von konventioneller unterscheiden. Da die Verwendung des Siegels freiwillig ist, tragen nicht alle Bio-Produkte das sechseckige Logo. Auf vielen Bio-Produkten ist zusätzlich noch ein weiteres Zeichen zu sehen. Die Anbauverbände beispielsweise nutzen ihr eigenes Kennzeichen, weil ihre Kriterien strenger als die des Bio-Siegels sind.

Sicherheit gibt Ihnen die gesetzlich vorgeschriebene EG-Kontrollstellen-Nummer, z. B. DE-001-Öko-Kontrollstelle. Sie bestätigt, dass das Produkt den Öko-Richtlinien der Europäischen Union entspricht und Landwirte sowie Lebensmittelhersteller streng kontrolliert werden. Die Nummer steht entweder in Kombination mit einem Öko-Siegel oder allein auf der Packung. Fehlt diese Nummer, ist es kein zertifiziertes Öko-Produkt.

Da die Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln steigt, öffnen inzwischen immer mehr Bio-Supermärkte wie z. B. Alnatura und Basic. Auch herkömmliche Supermärkte bieten zunehmend Bio-Lebensmittel an.

Bio-Siegel für Deutschland und Europa
Das staatliche Bio-Siegel für Deutschland
Alle Lebensmittel, die nach den Öko-Richtlinien der EU erzeugt werden, können das Siegel tragen.
   
Bio-Siegel für Europa
Dieses Zeichen entspricht ebenfalls den EU-Öko-Kriterien und gilt in allen EU-Ländern. Bislang wird es kaum eingesetzt, da die Länder ihre jeweiligen nationalen Siegel benutzen.
   
Transfair-Siegel für Europa
Die Vergabe des einheitlichen Siegels für fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern ist an sozial gerechte Produktionsbedingungen geknüpft. Wer Bio-Ware kaufen will, muss zusätzlich auf das Bio-Siegel oder auf die Öko-Kontrollstellen-Nummer achten. Weitere Infos unter www.transfair.org.

Bio-Produkte unter Kontrolle
In Deutschland führen staatliche Behörden und private Kontrollstellen die Überprüfung von Bio-Produkten durch. Ob private Institute zugelassen werden, entscheidet die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE); die Qualität der Arbeit überwachen die Bundesländer.

Die EG-Öko-Verordnung gilt für alle EU-Länder, die Kontrollanforderungen somit auch. Importware aus Nicht-EU-Staaten muss qualitativ den hiesigen Kriterien für Öko-Lebensmittel entsprechen. Deren Einhaltung kontrollieren EU-Behörden und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Jeder Bio-Betrieb wird mindestens einmal pro Jahr von einer Kontrollstelle geprüft. Neben dieser angekündigten Untersuchung werden auch unangemeldete Kontrollen durchgeführt. Vom Acker über den Hof bis zur Verarbeitung, Verpackung und Kennzeichnung - jede Produktionsstufe wird in Augenschein genommen.
Alles muss stimmen: Die Buchführung über Warenein- und Ausgänge, Rezepturen, Bestandslisten, Zutaten, Tierhaltung usw.. Sonst gibt’s Ärger.


Zum Weiterlesen:

- Ökotest bewertet auf der Seite insgesamt 263 Siegel, davon allein 146 im Lebensmittelbereich.
- Mehr über die Anbauverbände erfahren Sie unter www.boelw.de.
- Die Seite www.biosiegel.de informiert umfassend über das staatliche Bio-Siegel in Deutschland.


Die Markenzeichen der Anbauverbände
Die Öko-Verbände haben eigene Richtlinien, die meist noch schärfer sind als die gesetzlich vorgeschriebenen EU-Standards für Bio-Lebensmittel. Die Tabelle zeigt einige Beispiele:

Öko-Verbände wie Bioland, Demeter u. a. EU-Öko-Verordnung/Bio-Siegel
Düngung mit konventioneller Gülle verboten. Düngung mit konventioneller Gülle erlaubt, wenn der Bedarf vorher von der Kontrollstelle bestätigt wurde.
Maximale Anzahl der Tiere:
140 Hennen, 280 Hähnchen oder 10 Mastschweine pro Hektar.
Maximale Anzahl der Tiere:
230 Hennen, 580 Hähnchen oder 14 Mastschweine pro Hektar.
Der gesamte Hof muss ökologisch betrieben werden. Neben der ökologischen ist eine konventionelle Bewirtschaftung in einem Betrieb möglich.
Mindestens 50 Prozent des Futters muss vom eigenen Hof stammen. Eigene Futterproduktion ist nicht vorgeschrieben.




Nicht empfehlenswerte Siegel: CMA und QS



Die CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) schließt weder genmanipuliertes Tierfutter, Wachstumsförderer, vorbeugende Medikamente noch Massentierhaltung aus. Das Fleisch stammt einfach aus ganz herkömmlicher, konventioneller Landwirtschaft.


QS
Seit Mitte 2002 gibt es das maßgeblich von der CMA, dem Bauernverband und dem Lebensmittel-Handel entwickelte QS-Siegel (Qualität und Sicherheit). Es schließt zwar antibiotische Leistungsförderer in der Aufzucht aus, Gentechnik im Tierfutter aber noch nicht. In der Tierhaltung müssen lediglich die gesetzlichen Standards eingehalten werden. Die Produkte stammen also oft aus Massentierhaltung. Die Anforderungen des QS sollen schrittweise verschärft und Kriterien für den Landbau aufgenommen werden. Zugute halten muss man, dass die Kontrollen vom Tierfutter bis zum Endprodukt engmaschig sind und bestimmte Futtermittel wie z. B. tierische Fette nicht erlaubt sind.
 




Die Öko-Eigenmarken der Supermärkte

Die Bio-Eigenmarken der größten bundesdeutschen Handelsketten entsprechen mindestens den Kriterien des staatlichen Siegels. Darüber hinaus bieten einige Supermärkte Bio-Produkte von anderen Herstellern an, die Marke Alnatura findet man z. B. bei Tegut. Spar produziert zurzeit keine eigene Öko-Marke, vertreibt aber die Bio-Ware "Gut&Gerne" des Lieferanten Bio-Zentrale. Die Supermärkte Feneberg, Tegut und Famila haben die größten Bio-Sortimente im Vergleich zum Gesamtsortiment.



(Quelle: www.einkaufsnetz.org / www.greenpeace.de)